Eigentlich bin ich noch in absoluter Herbststimmung – vielleicht weil ich vorletzte Woche im 20 Grad warmen New York war, wo durch Halloween und das bevorstehende Thanksgiving Weihnachten noch weit weg schien. Aber mit Blick aufs Datum wird es höchste Zeit für meine Adventskalender. Ich liebe, liebe, liebe die Adventszeit mit all ihren Traditionen 🙂 Dazu gehören auch Adventskalender, am liebsten selbstgemachte. Bloß stellt sich jedes Jahr die Frage: Mit was soll ich den Adventskalender füllen? Immer nur Schokolade? Geht – aber davon gibt es in der Adventszeit eigentlich schon genug. Und 24 Kleinigkeiten erreichen schnell mal einen Gegenwert, der für ein schönes Weihnachtsgeschenk reicht. Abgesehen davon, dass man die Ideen dafür erst mal zusammenkriegen muss. Womit die Geschenksucherei zur Weihnachtszeit noch früher beginnt. Uff, und schon macht der Advent mehr Stress als Spaß. Und das ist ja eigentlich nicht der Sinn!

Deshalb habe ich vor ein paar Jahren angefangen, Alternativen zum klassischen Adventskalender zu verschenken, bei denen ich mir keinen großen Kopf mehr um die Füllung machen muss. Einem schmalen Budget werden sie auch gerecht. Hier also:

5 moderne Adventskalender, bei denen ihr nicht viel über die Füllung nachdenken müsst

Idee 1: Glückskeksadventskalender

Selbstgebackene Glückskekse sind gar nicht so kompliziert, wie ihr jetzt vielleicht denkt. Und viele Zutaten braucht ihr auch nicht: Eier, Butter, Puderzucker und Mehl. Am besten hat für mich das Rezept im folgenden Video funktioniert, in dem ihr auch gleich sehen könnt, wie ihr die Kekse füllt und formt. Ich kann euch allerdings Gummihandschuhe empfehlen, denn der Teig ist doch relativ heiß und ich bin in der Hinsicht eine echte Mimose ;-p Die Variante für meine Schwester habe ich letztes Jahr mit lustigen Statements gefüllt, wie ihr sie zum Beispiel auf visualstatements.net findet. Ihr könnt auch schöne Zitate zum Advent oder tatsächlich Glückskeksprophezeiungen in die Kekse packen, Anregungen gibt es unter anderem auf glueckskekse-gestalten.de. Am besten verpackt ihr eure Kekse in einer schönen, luftdichten Dose, damit sie bis zum Weihnachtsabend nicht zu Gummi werden. Nummeriert hab ich sie übrigens nicht. Das Glück hat entschieden, welcher Spruch zu welchem Tag gehört.

Last Minute, Kosten: rund 5 Euro

Idee 2: Audioadventskalender

Mein Freund kann mit Süßigkeiten nicht viel anfangen. Dafür aber mit Musik. Und weil er eher der minimalistische Typ ist, hat er sich über den Audioadventskalender schon zwei Mal sehr gefreut. Alles was ihr dafür braucht, sind Audiodateien und ein hübscher USB-Stick. Die Sticks gibt es ja oft in lustigen Formen, zum Beispiel als Rentier, Star-Wars-Figur oder Emoji. Darauf legt ihr einfach 24 Ordner mit durchnummerierten Dateinamen an und speichert in jeden Ordner die ausgesuchten Audiodateien. An Heilig Abend haben eure Lieben dann eine ganz persönliche Playlist oder ein ganzes Album zusammen. Ich hatte dafür Musikalben gekauft, die bei den gängigen Streamingdiensten nicht verfügbar waren. Ihr könnt aber auch Hörbücher schenken – oder selbst etwas aufnehmen, dazu habe ich schon mal einen Blogpost geschrieben. Wenn euch das mit dem USB-Stick zu oldschool oder unweihnachtlich ist: Ihr könnt auch kleine Umschläge oder Anhänger mit QR-Codes vorbereiten, die auf Soundcloud-, Spotify- oder andere Onlinetracks verlinken (bei manchen Streamingdiensten muss der Kalenderempfänger allerdings ebenfalls einen Account haben, um den Link abrufen zu können). Kostenlose QR-Code-Generatoren, die aus Links Codes machen, findet ihr zu genüge im Netz. Einfach danach suchen, Link umwandeln, JPG/PNG runterladen, ausdrucken und auf Adventsanhänger kleben (siehe Foto oben) oder in kleine Umschläge verpacken. Fertig.

Kosten: abhängig vom Audio-Inhalt und der Wahl des USB-Sticks

Idee 3: Social-Adventskalender

Das ist zwar nicht traditionell, aber ein echter Last-Minute-Tipp für einen persönlichen Adventskalender. Und besonders für diejenigen geeignet, die weit weg von euch wohnen (Fernbeziehung oder Freunde im Ausland zum Beispiel) und sich über persönlichen Content von euch umso mehr freuen. Über WhatsApp, den Facebook Messanger, Instagram Direct und Co. könnt ihr jeden Adventstag besondere Sprachnachrichten, Videos von euch oder Selfies teilen und eure Lieben jeden Tag ein bisschen mit euch mitnehmen.

Last Minute, kostenlos

Idee 4: DIY-Rubbellos-Kalender

Klar, solche Kalender gibt es bei eurem Lottoladen des Vertrauens auch fertig zu kaufen. Aber da habt ihr keinen Einfluss darauf, was eure Liebsten mit jedem Los bekommen. Nicht selten sind es einfach nur Nieten. Dann doch lieber eine Einladung zum Weihnachtsmarkt oder ein echtes Kompliment. Viel braucht ihr dafür nicht: Kleine Karten mit euren Nachrichten oder Gutscheinen drauf, selbstklebende Bucheinbandfolie oder klares Packband, Spülmittel und Acrylfarbe – eine super einfache Anleitung dazu findet ihr auf Ricardas Blog pechundschwefel.eu. Mit dem Rubbellosgemisch könnt ihr Rubbelflächen in Form von Weihnachtskugeln oder Sternen malen und die Kärtchen in einem weihnachtlich verzierten Glas oder aufgepinnt an einem Holz- oder Korkbrett verschenken.

Last Minute (wenn ihr Acrylfarbe und Folie Zuhause habt), Kosten: ab ca. 5 Euro

Idee 5: Adventskalender für Minimalisten

Diese schlichte aber skandinavisch-schicke Idee für einen Adventskalender habe ich auf dem Blog weekdaycarnival der finnischen Fotografin und Stylistin Riikka Kantinkoski entdeckt. Der stilisierte Tannenbaum aus Faden auf Holz verwandelt sich mit jedem umgedrehten Kärtchen mehr und mehr in einen geschmückten Weihnachtsbaum. Und auch nach Heilig Abend hat das Werk noch eine Funktion: Es kann als Memoboard weiterverwendet werden. Werde ich dieses Jahr auf jeden Fall ausprobieren!

Kosten: ab ca. 15 Euro (abhängig von der Holzplatte)

 

P.S.: Wisst ihr, woher der Adventskalender kommt?

Seinen Ursprung hat der Adventskalender im evangelischen deutschsprachigen Raum und er ist über 150 Jahre alt: Mitte des 19. Jahrhunderts begannen Familien für ihre Kinder das Warten auf Heilig Abend mit weihnachtlichen Wandbildchen, Weihnachtsuhren oder Adventsbäumchen, an die täglich kleine Gedichte und Bibelverse gehängt wurden, zu verkürzen. Den ersten gedruckten Adventskalender mit 24 Tagen sagt man dem Münchner Verleger Gerhard Lang zu. 1903 veröffentlichte er einen vorweihnachtlichen Kalender mit Bildern zum Ausschneiden und einem passenden Bogen mit 24 Feldern zum Einkleben der Motive. In den 1920ern folgten Kalender mit Türchen, hinter denen sich Zeichnungen versteckten. Kalender mit Schokofüllung sind erst Ende der 1950er Jahre dazugekommen und haben den Adventskalender auch über deutsche Grenzen hinweg bekannt und beliebt gemacht!

 

Was ist eure liebste Adventstradition? Und welche Adventskalender mögt ihr am liebsten?